Samstag, 24. September 2011

Hin und her...

Tag- und Nachtgleiche. Balance. Und ein Eintauchen in die dunkleren Zeiten.
Noch ist es sehr warm bei uns, ungewöhnlich viel Sonnenschein und Wärme versüßt uns die ausklingenden Septembertage.

Die Füße erinnern sich noch an das Gefühl, von Meerwasser umspült zu werden. Am Strand entlang zu wandern, bei jedem Schritt zu achten, keine spitzen Muschelteilchen oder Quallen, nur feiner Sand und Wellengekräusel. Ganz beim Gehen sein, die Gedanken hier beim Körper, bei den Wellen, beim Sand. Es geschieht, wie von selbst. Es geht, wie von selbst - und es bleibt. Ein bisschen des Sandes, der Wellen hat sich an meine Füße gehängt, es haftet und bleibt bei mir. Dies hin und her hat etwas verändert, ausgeglichen, entspannt.


                                                   an der Ostsee bei Timmendorf

Dienstag, 20. September 2011

Innen und außen: Fliegen...

Ein Bild.
Ein Video.
Und das Bedürfnis zu fliegen.

In einer Zeit, wo Aufrufe zum sparen, Gürtel enger schnallen, Angstmache und tägliche Horrornachrichten allgegenwärtig sind, wächst in mir im gleichen Ausmaß die Freude, kreativ an schwierige Situationen heranzugehen. Die Art und Weise, wie wichtige gemeinschaftliche Aufgaben und Notwendigkeiten bis zum heutigen Tag organisiert waren, scheinen nicht mehr zu funktionieren. Was liegt näher, als in neue Richtungen zu denken.

Statt die Krot zu schlucken - andere Perspektiven einnehmen und beherzt neue Wege beschreiten. Statt Mangelbewusstsein - sehen, wie uns ausgerechnet die Erde besonders jetzt im Herbst zeigt, was Fülle ist.

Also wie dann?
Vielleicht so, wie Vögel im Flug. Jetzt im Herbst sind sie ja auch öfter miteinander unterwegs. Kräftesparend, ausdauernd, dabei anmutig und sehr geschickt. Die Intelligenz hinter Allem hat sicher nicht bei diesen Wesen Halt gemacht und bei uns auch einiges an Ressourcen bereitgestellt. Irgendwo muss es noch ungeöffnete Laden geben. 

Ja, ich bin Optimistin. Alles andere mag ich mir nicht leisten.


                                       Plastik in Treviso in Venetien, Italien

Ein Video der sanften Töne, meditativ bis zuletzt. Die Musik von Sigur Rós aus Island. Es arbeitet sich vor bis zum inneren Nullpunkt und nimmt ein Stück Unbekanntes mit an die Oberfläche. 
Fliegen?
Ja!


Samstag, 17. September 2011

Sein und Schein

"Es ist nicht alles, wie es scheint", so trivial wie richtig.

Ich will ja nicht so sein und gleich das Rätsel vom letzten Post lösen. Vorher noch ein kleiner Beitrag zu obigem Spruch. Laut Foto sitzen hier zwei freundliche Teufelchen. Körperhaltung und Mimik lassen eine gewisse Solidarität vermuten. Hinter der Lübecker Marienkirche sitzt es sich gemütlich und weil es ein bisschen kühl war, habe ich meinen Huf versteckt, aber sonst ist alles gut.




Ach ja, das Rätsel. Kein Schild da - wie Kathrin vermutete - stimmt nicht ganz, ich stehe beim fotografieren daneben. Darauf steht groß mit Pfeil Richtung Einfahrt und Haus *Garda*. Angehörige dieser Bezeichnung tragen fesche Uniformen, fahren einheitlich beschriftete Autos und gehören der örtlichen Polizei an. Diese Polizeistation findet sich in Glengarriff in Westcork, Irland. Hier das Beweisfoto auf WikiMedia Commons. 
Hiermit kröne ich diese Station zur absolut elegantesten von all überall. Ästethisch einwandfrei, hier eintreten zu müssen also nur mehr halb so schlimm, oder?

Und was das Teufelchen angeht, mit so einem schelmischen bin ich gerne im Bunde!

Mittwoch, 14. September 2011

Ein Fan von....


LILA

Für irische Verhältnisse kann die farbliche Gestaltung dieses Hauses als dezent gelten. Die häufig leuchtend rote Eingangstüre in einer sonst zurückhaltend getünchten Fassade hat hier eine Abwandlung erfahren. Gepflegtes Understatement? Oder nur Sinn für eine besondere Wirkung, ich weiß es nicht. Das Schild, das hierher weist, löste bei mir jedenfalls Verwunderung aus. Auf dieses Gebäude passt der Spruch: "Es ist nicht alles, wie es scheint".

Ahnt ihr es schon? Fröhliches Rätselraten! Was verbirgt sich hinter diesen gepflegten Mauern? Wer oder was hat hier seine Zelte aufgeschlagen? Was meint ihr?


Samstag, 10. September 2011

Feuerwerk in rot-orange

Leuchtende Früchte in rot-orangen Farbtönen gehören für mich zu den schönsten Vorboten des Herbstes. Wenn die Vogelbeeren reif werden ist der Sommer gelaufen. Dieses Jahr haben wir Glück, viel Sonne und Wärme bringen diese wunderbaren, zum Teil sehr gesunden wilden Beeren zum strahlen.
So üppige Früchte an Ebereschen wie auf dem Foto unten habe ich noch nie gesehen. Vielleicht sind sie in Mecklenburg-Vorpommern ja immer so reichtragend und lieben das Klima dort. Ich weiß es nicht, tatsächlich waren sie überall so schön.
Vögel kommen hier sicher gut durch den Winter!


                              Vogelbeere (Sorbus aucuparia)


                               Weißdorn (Crataegus monogyna)


                              Gelber Hartriegel (Cornus mas)


                              Echte Mehlbeere (Sorbus aria)


                              Hagebutten der Kartoffelrose (Rosa rugosa)

Vom Sanddorn habe ich leider kein schönes Foto mitgebracht, eigentlich schlimm, denn ihn gibt es an der der Ostsee in Mengen und Spezialitäten, wie Sanddornhonig oder Fruchtaufstrich schmecken sehr lecker. Aber auf dem Foto ist schön zu sehen, wie diese Büsche mit den silbriggrünen schmalen Blättern an den Dünen wachsen.



                              Sanddorn (Hippophae rhamnoides)

Der Übergang vom Sommer in den Herbst hat für mich immer etwas Trauriges, ich liebe die warme Jahreszeit einfach zu sehr. Könnte ich den Herbst mit dem Jetztgefühl eines kleinen Kindes, das die Jahreszeiten noch nicht realisiert hat erleben, ich würde ihn vorbehaltlos lieben. Diese Farben, diese Gerüche! Eigentlich ja, vorbehaltlos. Das Wissen lässt sich allerdings nicht austricksen, was man einmal weiß, ist wohl für immer da. 

Zum Header von kleine freude passt dieser Post wunderbar und ich beschließe feierlich, mich ganz sehr auf den Herbst zu freuen!



Dienstag, 6. September 2011

Trabant-ische Reminiszenzen

Es gab schon länger keinen Post über Autos. Jetzt ist es wieder soweit. 
Auf dem Weg in den Norden gondelten wir mit unserem langweilig heutigen Auto durch hügelige Landschaften, die ein wenig wie das österreichische Alpenvorland aussehen. Nur die riesigen Ackerflächen mit verfallenden landwirtschaftlichen Genossenschaftsgebäuden erinnerten laufend daran, dass wir uns hier durch ehemaliges Ostblockland bewegten. Mitten dort Zwickau, ein wunderhübsches Städtchen. Mittlerweile saubere Luft, die Bergwerke stillgelegt, keine Braunkohle mehr am heizen. Am Stadtrand das Automuseum Horch.
Sehr empfehlenswert. Ich bin sonst ja eher nicht technisch interessiert, aber hier gibt es jede Menge Style. Autos aus den Anfängen der Motorisierung, 25km/h eine Offenbarung. Die ausgestellten Motoren alle auf Hochglanz geputzt. No na.



Da wir hier im Osten sind, gibt es auch den Trabant zu sehen und die Herstellung desselben filmisch aufbereitet. Wusstet ihr, dass die Karosserie dieses Autos aus Baumwolle und eine Art Kunstharz hergestellt wurde? So was gab es wahrscheinlich sonst nirgends auf der Welt.
Mitten in der Stadt bekommen wir dann noch einen angemeldeten Trabant auf der Straße zu Gesicht, eine mittlerweile schon vom Aussterben bedrohte *Art*. Diese Autos sind mir recht vertraut, es gab sie ja auch in Ungarn in Mengen vor der Wende, meine Verwandten fuhren welche und ich kann mich noch jetzt an das Motorengeräusch erinnern und an den Gestank, den der Zweitaktmotor via Auspuff absonderte. 

Keiner kam dort allerdings je mit solch einer fröhlichen Farbe daher. Weiß, grau, beige und alle Farbtöne dazwischen sind es, woran ich mich erinnere.






Gut möglich, dass man diese Autos sehr bald nur mehr im Museum sehen wird können. Ein anderes Innenleben und ich würde damit fahren, dieser fahrbare Untersatz ist so oldschool, dass es schon wieder Style hat.  
Zu viel Schnickschnack? Mitnichten, Lenkrad, Bremse, Kupplung, Blinker und ab geht die Post!

Samstag, 3. September 2011

Reiselust

Stundenlanges fahren auf der Autobahn. Klingt zunächst mäßig verlockend, geb ich zu. Aber: Die Reiselustabteilung meines Gehirns reagiert auch, wenn die Aussicht besteht, als Begleitung für eine berufsbedingte Fahrt den Beifahrersitz im Auto warm zu halten. Letztes Ziel: Kiel. Bevor werte Leserschaft laut gähnt, muss ich eine Lanze fürs große Deutschland brechen. Es gibt einige Vorteile. Die Deutschen haben auch den Euro. Sie sprechen auch deutsch (ja, bekanntlich auch im Osten und diese Dialekte des Deutschen mag ich besonders).



Sie haben mittlerweile überall einen Latte macchiato, auch in Lübeck, in Zwickau, in Magdeburg.
Sie freuen sich über Österreicher überall nordöstlich und nördlich von Bayern, da sie seit Monaten keine mehr gesehen haben.
Ich freue mich auch, denn ich darf in einem Fachwerkhaus im Erzgebirge wohnen, das erbaut wurde lange bevor Columbus nach Amerika kam und das im Jahr mehrere Zentimeter Richtung Erdkern wandert.



Stundenlanges fahren auf der Autobahn bedeutet Zeit zum tagträumen, Bäume und Windräder zählen - nein - Schafe gibt es hier keine. Ausgedehnte Gespräche, nur durch " Achtung, auf der A7 zwischen A... und B... liegt eine Leiter (Reifenteile, Radfahrer, Wurstpapier, ums Haar ein Heißluftballon), fahren sie vorsichtig und überholen sie nicht" unterbrochen. Komisch, aber es entschleunigt, obwohl der Tacho 140 zeigt. 



Fotografieren geht trotzdem, fast immer. 

Ein bisschen Futter für Posts gibt es. Horch Hundertwasser, der Trabant ist vor der Ostsee abgebogen, aber trotzdem dort angekommen.
Nein, ich habe nichts geraucht, nur ein paar klitzekleine Hinweise für euch. Bis bald hier auf kleine freude, jetzt muss ich Wäsche waschen, die Zeit der Entschleunigung ist vorbei, die Zeit der Bilder bleibt.

Und Deutschland ist definitiv eine Reise wert. 






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